Martin Lubenov Orkestar
 

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MARTIN LUBENOV

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MARTIN LUBENOV ORKESTAR

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Foto:Magdalena Blaszczuk

Martin Lubenov OrkestarMartin Lubenov OrkestarMartin Lubenov ist ohne Zweifel einer der wichtigsten und innovativsten Vertreter des Balkan-Akkordeons jenseits der Unterhaltungsmusik. Was nicht heißt, dass seine Musik nicht unterhaltsam ist. Im Gegenteil.

Vergleichbar seinem berühmten Kollegen Petar Ralchev hat Martin Lubenov sehr früh zu einem eigenen Stil gefunden, der mit atemberaubender Virtuosität und spielerischer Eleganz balkanische Romamusik mit Schattierungen von Swing, Modern Jazz, Tango Nuevo, Salsa und Musette ansetzt und ihr damit die Ehre erweist, die Astor Piazzolla etwa dem Tango, Richard Galliano der Musette erwiesen haben. In seiner Wahlheimat Wien, dem musikalischen Brückenkopf zwischen Balkan und Orient und den „westlichen Szenen“, verfolgt er diesen Ansatz mit seinen Bandprojekten Jazzta Prasta und dem Martin Lubenov Orkestar. Könnte man Ersteres als Jazzband mit ethnischer Grundierung bezeichnen, so verhält es sich beim Orkestar genau umgekehrt. Ausgefuchste ethnische Musik, tanzbar und partytauglich, aber mit geschickt gesetzten Jazzschattierungen.

Gemeinsam ist beiden Bands die individuelle Signatur ihres Komponisten, Arrangeurs und Master-Minds, Martin Lubenov, der mit optimistischer Leichtfüßigkeit und unablässigem Schalk im Nacken Musik erfunden hat, die extrem „sophisticated“ und extrem „entertaining“ zugleich ist, und die ethnischen Traditionen des südlichen Balkans mit ihrem Hang zu Tragik, Wildheit und Pathos adaptiert, dann ironisch bricht und somit weiterentwickelt.

Das Martin Lubenov Orkestar rekrutiert sich aus renommierten Romamusikern Bulgariens und kulturell neugierigen Jazzmusikern der österreichischen Szene. Der unverwechselbare Soul des Romaliedes hat vor allem durch nordspanische / südfranzösische Bands wie den Gypsy Kings Weltruhm erlangt. Beim Martin Lubenov Orkestar kippt er interessanterweise nie in Kitsch und Gefälligkeit – dafür sorgen schräge Arrangements, voll gepackt mit Jazzimprovisation, fetten Bläsersätzen, die unprätentiös Latin mit Balkanbrass vermählen, den verspielten Tango- und Gypsy-Swing-Zitaten Lubenovs sowie den brillanten Gitarren- und Kontrabassbackings und -soli von Aca Stojić und Stefan Thaler.


Dank seines stil- und kontinentübergreifenden Wissens ist Martin Lubenov mit seinem Orkestar das Unmögliche gelungen: ein völlig neuartiges Hybrid, das Intellektuelle, Jazzer, World-Music-Afficionados wie Popfreaks gleichermaßen zu begeistern vermag.
Martin Lubenov wurde 1976 in Sofia geboren. Martin studierte klassische Musik und Jazz in Sofia und Wien. Seine Erdung im vibrierenden Boden balkanischer Hochzeitsmusik bewahrte ihn von vorneherein davor, ein "akademischer" Musiker zu werden. Und glücklicherweise ließ ihn seine musikalische Bildung schon früh über Populärmusik hinauswachsen, auf die sich viele Romamusiker am Balkan beschränken.

2000 zog es Martin Lubenov zum Studium nach Wien, wo er bald zum Verbindungsglied zwischen der Musik der jugoslawischen und mazedonischen Communitys und der mitteleuropäischen Folk- und World-Music-Szene avancierte. Schnell sprach sich sein Talent herum, auf das unzählige Musiker und Bands zurückgriffen, darunter die Wiener Tschuschenkapelle, das Sandy Lopičić Orkestar sowie diverse griechische, Klezmer- und Musette-Bands. In Bulgarien war er zudem Instrumentalist und Arrangeur der Jony Iliev Band.
Dass sich Martins Genie so schnell entfalten konnte, verdankt sich wohl dem richtigen Ort und der richtigen Zeit. Und seinem musikalisch-intellektuellen Fokus, welcher vielen nachstrebenden jungen Romamusikern Hoffnung gibt.
2005 wurden Jazzta Prasta im Wiener Porgy & Bess mit dem World Music Preis ausgezeichnet, und ein Jahr später erhielt Martin den begehrten französischen Prix Gus Viseur, benannt nach einem der alten Meister des Musettewalzers.
Somit zählt Martin Lubenov mittlerweile zu den großen Namen der europäischen World-Music, aber auch des Jazz. Und weiß überall, wohin ihn seine Wege führen, nach London, Zypern, Belgien, Norwegen, Portugal, Italien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Slowenien, Bosnien & Herzegovina, in die Schweiz, die Türkei und in die USA, sein Publikum mit seiner Virtuosität und seinem Charme in Bann zu ziehen.
Ein neues Talent hat er kürzlich erst entdeckt. In der Burgtheateraufführung von Dimitré Dinevs Stück „Das Haus des Richters“, für das er auch einige Stücke komponiert hat, debütierte er mit einer kurzen Sprechrolle als Schauspieler …